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Unter dem Radar

Unter dem Radar

‧ 38m 9s

Nach einer doch etwas größeren Operation lautete die ärztliche Anweisung glasklar: schonen. Für einen Menschen mit Asperger heißt das allerdings nicht automatisch, gemütlich auf dem Sofa zu liegen. Es heißt vielmehr, den Alltag aus sicherer Entfernung zu beobachten, möglichst unauffällig unter dem Radar zu fliegen – und innerlich sehr genau zu registrieren, wie ringsherum langsam das Chaos ausbricht.
Denn während der Patient offiziell nichts darf, dürfen die anderen plötzlich alles. Vor allem seine Aufgaben übernehmen. Und zwar zusätzlich zu den eigenen, die natürlich nicht einfach höflich warten. So entsteht im Umfeld eine besondere Form der Betriebsamkeit: Alle laufen schneller, reden...

Schwarzwaldklinik im Leerlauf: Der Hamster hat Bettruhe

Schwarzwaldklinik im Leerlauf: Der Hamster hat Bettruhe

‧ 43m 55s

Man ist wirklich froh, direkt nach der OP nach Hause zu dürfen. Bleibt man länger im Krankenhaus, nimmt man am Ende womöglich noch ein Haustier aus der Stationsfauna und eine handliche Keimsammlung als Souvenir mit. Zu Hause fühlt es sich dafür an wie eine Neuverfilmung der Schwarzwaldklinik – nur mit kleinerem Budget, weniger dramatischer Musik und mir in der Hauptrolle als Patient mit eingebautem Systemfehler.
Das autistische Gehirn möchte natürlich sofort wieder den exakt geplanten Alltag starten. Das Hamsterrad läuft schließlich zuverlässig weiter – nur der Hamster wurde ausgebremst und darf körperlich nicht so, wie er mental längst will. Sehr...

Kamillentee und Nerven im Farbeimer

Kamillentee und Nerven im Farbeimer

‧ 27m 50s

Es ist vollbracht: Das komplette Haus ist gemalert. Die Wände strahlen, die Zimmer wirken plötzlich größer und alles sieht so neu aus, als müsste man beim Betreten eigentlich Überschuhe anziehen. Selbst die alten Möbel schauen ein wenig verunsichert, weil sie in dieser frisch renovierten Umgebung auf einmal aussehen, als hätten sie den Anschluss verpasst.
Besonders Hedwig profitiert von der neuen Lage: Im frisch gemalerten Flur kann sie jetzt endlich fliegen. Während wir noch überlegen, ob die Farbe wirklich überall trocken ist, hat sie den Flur längst zur privaten Einflugschneise erklärt – natürlich ohne Rücksicht auf Leitern, Farbeimer oder menschliche Nerven....

Zwischen Farbchaos und Krankenhausflur

Zwischen Farbchaos und Krankenhausflur

‧ 20m 6s

Bei Familie Alltagswahnsinn stehen Malerarbeiten an. Eigentlich klingt das ganz einfach: Farbe aussuchen, Wände streichen, fertig. Doch wer Frau Alltagswahnsinn kennt, weiß: „Ganz einfach“ ist bei ihr höchstens die Beschreibung auf dem Farbeimer – und selbst die wird vorsichtshalber dreimal gelesen.
Schon bei der Farbauswahl begann das große Drama. Weiß war zu langweilig, Creme zu gelb, Beige zu beige und „Sanfter Morgennebel“ sah verdächtig danach aus, als hätte jemand Grau nur einen besonders schicken Namen gegeben. Nach ungefähr 47 Farbkarten, mehreren Diskussionen und einem kritischen Blick bei Tageslicht, Lampenlicht und Handy-Taschenlampenlicht stand fest: Es muss eine Farbe sein, die gemütlich...

Urlaub? Von wegen!

Urlaub? Von wegen!

‧ 31m 12s

Kaum im Urlaub, hatte Frau Alltagswahnsinn eine geniale Idee: Anstatt zu Hause nutzlos herumzusitzen, wird kurzerhand das gesamte Haus innen neu gestrichen – selbstverständlich nach ihrem höchstpersönlichen Farbkonzept. Während Frau Alltagswahnsinn mit Pinsel, Farbrolle und kreativer Entschlossenheit durchs Eigenheim wirbelt, übernimmt Herr Alltagswahnsinn seine bewährte Spezialaufgabe: aufmerksam zuschauen und dabei möglichst zuverlässig im Weg stehen. Auch die tierischen Mitbewohner haben ihre Urlaubspläne angepasst: Die Wellis beziehen ihr neues Für-immer-Fünf-Sterne-Zuhause, und der Hund hat sich ebenfalls in den Terminkalender eingereiht – standesgemäß mit einem Facharzttermin. Erholung wird schließlich völlig überbewertet!

Wellness, Weißkittel und Vitamin-Wumms

Wellness, Weißkittel und Vitamin-Wumms

‧ 26m 38s

Es war wieder ordentlich was los: Die Fachärzte wurden so zahlreich besucht, dass man fast eine Bonuskarte für Wartezimmerkaffee beantragen könnte. Hände und Füße sind frisch gepflegt und treten jetzt wieder auf wie kleine Wellness-Stars. Auch die Haare sitzen schön, als hätten sie persönlich einen Termin beim roten Teppich gehabt. Der Pool ist inzwischen zu und verabschiedet sich mit einem leisen „Bis nächstes Jahr, ihr Planschprofis!“. Opa hat seine erste Vitaminbombe erhalten und dürfte nun innerlich leuchten wie ein frisch geladener Obstkorb. Und Asperger ist wieder im Rhythmus: mal schneller, mal langsamer, aber Hauptsache mit Taktgefühl und einem kleinen Augenzwinkern.

Genrationenwechsel

Genrationenwechsel

‧ 32m 44s

Opa möchte endlich ruhiger treten. Das bedeutet: Er arbeitet nicht mehr selbst – er steht jetzt daneben und erklärt allen, wie es schneller gegangen wäre.
Die Familie verteilt die Aufgaben neu: Einer mäht den Rasen, einer schneidet die Hecke, einer räumt das Werkzeug weg – und Opa übernimmt die wichtigste Position: Qualitätskontrolle vom Gartenstuhl aus.
Beim Familientreffen verkündet Opa: „Ab heute macht ihr das allein.“ Fünf Minuten später verteilt er einen Ablaufplan, zwei Ersatzpläne und eine Liste mit Dingen, die auf keinen Fall „modernisiert“ werden dürfen.
Der Enkel übernimmt die Hühner, die Tochter organisiert die Termine und der Schwiegersohn kümmert...

wie im Hühnerstall

wie im Hühnerstall

‧ 37m 53s

Bei uns geht’s zu wie im Hühnerstall: Alle gackern durcheinander, einer flattert aufgeregt mit den Armen, und irgendwo wird schon wieder ein Ei gesucht, das längst im Kühlschrank liegt. Mittendrin läuft der Asperger. Und läuft. Und läuft. Nicht etwa weg – nein, immer exakt dieselbe Runde: am Tisch vorbei, dreimal um den Stuhl, kurzer Kontrollblick zur Tür und wieder von vorn. Nach der zwölften Runde fragen die Hühner besorgt: „Trainiert der für einen Marathon?“ Der Hahn schüttelt den Kopf: „Nein, der verarbeitet nur das Chaos!“ Als endlich Ruhe einkehrt, bleibt er stehen, schaut sich um und sagt: „Warum seid ihr...

Die Ninja-Woche: Familienalltag im Schwierigkeitsgrad „Alltagswahnsinn hoch zwei“

Die Ninja-Woche: Familienalltag im Schwierigkeitsgrad „Alltagswahnsinn hoch zwei“

‧ 37m 15s

Eine Ninja-Woche ist bei uns fast schon Normalität: Termine tauchen aus dem Nichts auf, Sonderaufträge vermehren sich heimlich über Nacht und der Zeitplan besitzt ungefähr die Stabilität eines Wackelpuddings im Schleudergang. Pausen gelten als seltene Fabelwesen, und Erholung wird vorsorglich auf „irgendwann später“ verschoben.
Während andere Familien ihren Alltag organisieren, absolvieren wir nebenbei eine Mischung aus Hindernislauf, Improvisationstheater und Geheimmission. Jede Person jongliert Termine, Reize, vergessene Brotdosen und mindestens eine Aufgabe, von der gestern noch niemand wusste. Durchhalten ist dabei unsere inoffizielle Superkraft – nicht etwa, weil Ausruhen verboten wäre, sondern weil im ganzen Trubel jede und jeder gebraucht werden...

ein bisschen Glitzer bitte

ein bisschen Glitzer bitte

‧ 32m 33s

Manchmal braucht es nur ein wenig Glitzer im Leben: einen vertrauten Lieblingsmoment, ein besonderes Licht, Musik oder etwas, das echte Freude weckt. Gerade für Menschen mit Asperger können solche kleinen, selbst gewählten Lichtblicke im oft reizvollen Alltag viel bewirken. Sie schenken Ruhe, neue Kraft und erinnern daran, dass auch ein anstrengender Tag schöne Augenblicke bereithält. Ein solcher Glitzermoment kann zum Beispiel entstehen, wenn man nach einem lauten und fordernden Tag mit dem Lieblingsgetränk am Fenster sitzt. Draußen fällt ruhig der Regen, im Zimmer ist das Licht angenehm gedämpft und für einige Minuten muss nichts erklärt, entschieden oder geleistet werden. Vielleicht...