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Genrationenwechsel

Genrationenwechsel

32m 44s

Opa möchte endlich ruhiger treten. Das bedeutet: Er arbeitet nicht mehr selbst – er steht jetzt daneben und erklärt allen, wie es schneller gegangen wäre.
Die Familie verteilt die Aufgaben neu: Einer mäht den Rasen, einer schneidet die Hecke, einer räumt das Werkzeug weg – und Opa übernimmt die wichtigste Position: Qualitätskontrolle vom Gartenstuhl aus.
Beim Familientreffen verkündet Opa: „Ab heute macht ihr das allein.“ Fünf Minuten später verteilt er einen Ablaufplan, zwei Ersatzpläne und eine Liste mit Dingen, die auf keinen Fall „modernisiert“ werden dürfen.
Der Enkel übernimmt die Hühner, die Tochter organisiert die Termine und der Schwiegersohn kümmert...

wie im Hühnerstall

wie im Hühnerstall

37m 53s

Bei uns geht’s zu wie im Hühnerstall: Alle gackern durcheinander, einer flattert aufgeregt mit den Armen, und irgendwo wird schon wieder ein Ei gesucht, das längst im Kühlschrank liegt. Mittendrin läuft der Asperger. Und läuft. Und läuft. Nicht etwa weg – nein, immer exakt dieselbe Runde: am Tisch vorbei, dreimal um den Stuhl, kurzer Kontrollblick zur Tür und wieder von vorn. Nach der zwölften Runde fragen die Hühner besorgt: „Trainiert der für einen Marathon?“ Der Hahn schüttelt den Kopf: „Nein, der verarbeitet nur das Chaos!“ Als endlich Ruhe einkehrt, bleibt er stehen, schaut sich um und sagt: „Warum seid ihr...

Die Ninja-Woche: Familienalltag im Schwierigkeitsgrad „Alltagswahnsinn hoch zwei“

Die Ninja-Woche: Familienalltag im Schwierigkeitsgrad „Alltagswahnsinn hoch zwei“

37m 15s

Eine Ninja-Woche ist bei uns fast schon Normalität: Termine tauchen aus dem Nichts auf, Sonderaufträge vermehren sich heimlich über Nacht und der Zeitplan besitzt ungefähr die Stabilität eines Wackelpuddings im Schleudergang. Pausen gelten als seltene Fabelwesen, und Erholung wird vorsorglich auf „irgendwann später“ verschoben.
Während andere Familien ihren Alltag organisieren, absolvieren wir nebenbei eine Mischung aus Hindernislauf, Improvisationstheater und Geheimmission. Jede Person jongliert Termine, Reize, vergessene Brotdosen und mindestens eine Aufgabe, von der gestern noch niemand wusste. Durchhalten ist dabei unsere inoffizielle Superkraft – nicht etwa, weil Ausruhen verboten wäre, sondern weil im ganzen Trubel jede und jeder gebraucht werden...

ein bisschen Glitzer bitte

ein bisschen Glitzer bitte

32m 33s

Manchmal braucht es nur ein wenig Glitzer im Leben: einen vertrauten Lieblingsmoment, ein besonderes Licht, Musik oder etwas, das echte Freude weckt. Gerade für Menschen mit Asperger können solche kleinen, selbst gewählten Lichtblicke im oft reizvollen Alltag viel bewirken. Sie schenken Ruhe, neue Kraft und erinnern daran, dass auch ein anstrengender Tag schöne Augenblicke bereithält. Ein solcher Glitzermoment kann zum Beispiel entstehen, wenn man nach einem lauten und fordernden Tag mit dem Lieblingsgetränk am Fenster sitzt. Draußen fällt ruhig der Regen, im Zimmer ist das Licht angenehm gedämpft und für einige Minuten muss nichts erklärt, entschieden oder geleistet werden. Vielleicht...

zurück im Alltagswahnsinn

zurück im Alltagswahnsinn

25m 21s

Ein „normaler Alltagswahnsinn“ ist für Menschen mit Asperger beziehungsweise im Autismus-Spektrum meist nicht automatisch erholsam. Häufig kostet er viel Energie: soziale Signale entschlüsseln, spontane Änderungen bewältigen, Reize filtern und Erwartungen erfüllen.
Erholsam kann Alltag dennoch sein, wenn er:
• vorhersehbar und selbstbestimmt ist,
• vertraute Routinen enthält,
• wenig belastende Sinnesreize bietet,
• Rückzug ohne Rechtfertigung ermöglicht,
• Zeit für Spezialinteressen lässt,
• nach sozialen Situationen bewusste Ruhephasen vorsieht.
Manchmal wirkt ein strukturierter, angenehm beschäftigter Tag sogar besser als völlige Untätigkeit. Entscheidend ist weniger, wie viel passiert, sondern wie viel Kontrolle, Sicherheit und Regenerationszeit vorhanden sind. Warnzeichen für Überlastung können...

Planverfahren

Planverfahren

25m 44s

Wenn eine Woche genau nach Plan läuft, fühlt es sich für uns an, als würde die Welt endlich leiser werden. Wir wissen, was als Nächstes kommt, können uns innerlich darauf einstellen und müssen nicht ständig auf Überraschungen reagieren. Jeder eingehaltene Ablauf gibt uns Sicherheit und lässt uns ruhiger atmen. Gleichzeitig kann sich diese Ruhe auch ganz komisch und ungewohnt anfühlen, weil Chaos für uns sonst fast normal ist. Manchmal warten wir dann beinahe darauf, dass doch noch etwas schiefgeht. Am Ende der Woche sind wir nicht erschöpft vom Improvisieren, sondern zufrieden, weil alles seinen Platz hatte – und wir auch.

zwischen den Zeilen

zwischen den Zeilen

27m 37s

Frau Alltagswahnsinn hat ein Buch geschrieben – und der Junior hat in seinen Ferien sogar sein eigenes Buch verfasst, damit auch seine Sichtweise gesehen und gehört wird. Nachts wurde bei den beiden nur selten geschlafen, denn die Bücher mussten ja schließlich fertig werden. Und währenddessen lief der ganz normale Wahnsinn einfach weiter: Arztbesuche, Tierarzt zu Hause, Garten, Familie, Alltag – all die verrückten Dinge, die sich in diesen Wochen so nebenbei noch dazugesellt haben. Eben echter Alltagswahnsinn, mit Herz, Chaos und ganz viel Leben.

sind wir alle nur Marionetten?

sind wir alle nur Marionetten?

27m 39s

Manchmal stellt sich mitten im Leben eine Frage, die leise beginnt und nachts plötzlich laut wird: Bin ich richtig so, wie ich bin – oder funktioniere ich nur noch wie eine Marionette der Gesellschaft? Man arbeitet, bezahlt Rechnungen, erfüllt Erwartungen und versucht, irgendwie mitzuhalten. Doch je mehr man versucht, alles richtig zu machen, desto stärker kann das Gefühl werden, sich selbst dabei zu verlieren.
Besonders deutlich wird das bei Abzocke durch Schneeballsysteme. Dort wird Hoffnung verkauft: schnelles Geld, Freiheit, Erfolg, ein besseres Leben. In Wahrheit lebt das System davon, dass immer neue Menschen angeworben werden und ihr Geld einzahlen. Viele...

aber ich habe doch keine Ahnung

aber ich habe doch keine Ahnung

27m 27s

Wenn bei einem Menschen mit Asperger-Autismus plötzlich viele seltsame, widersprüchliche oder nicht nachvollziehbare Dinge passieren, kann das innere Chaos sehr groß werden. Besonders belastend ist es, wenn zusätzlich der Verdacht auf Korruption im Raum steht und niemand klar sagt, was wirklich passiert. Dann fehlen Orientierung, Sicherheit und verlässliche Informationen. Für autistische Menschen, die oft stark auf Struktur, Logik und Vorhersehbarkeit angewiesen sind, kann so eine Situation wie ein undurchsichtiger Nebel wirken: Man versucht, Muster zu erkennen, Zusammenhänge zu verstehen und sich richtig zu verhalten – aber je mehr Unklarheit entsteht, desto stärker wächst die Überforderung. Es kann zu Rückzug, Grübeln,...

der Ball rollt

der Ball rollt

25m 51s

Während ein Spiel läuft oder ein Turnier für Spannung sorgt, gehen die normalen Dinge weiter: Termine, Arbeit, Haushalt, Verpflichtungen, Nachrichten, Erwartungen von anderen Menschen und immer wieder neue Aufgaben. Kaum ist eine Sache erledigt, kommt schon die nächste dazu. Der Alltag läuft und läuft, oft ohne richtige Pause. Dadurch entsteht das Gefühl, dass man nie wirklich fertig wird, sondern ständig reagieren, planen und sich neu einstellen muss.
Für einen Menschen mit Asperger kann genau das besonders belastend sein. Viele autistische Menschen brauchen Vorhersehbarkeit, klare Abläufe und verlässliche Strukturen, um sich sicher zu fühlen. Wenn aber immer wieder etwas Neues dazukommt,...